Wenn man stumm ist, schreibt man seine Seele auf Papier.
Und manchmal schreibt man Geschichte.

21. Januar 2017

whenyouregone #1

" das hatte sich für mich langsam zu mehr als Freundschaft entwickelt, wenn dus genau wissen willst"
- 11:00, 29.Sep.2016

Da sind sie... diese Worte, die so viel hätten aufbauen können; die so viel zerstören.
Es ist ein Donnerstag und ich sitze in der Uni, in der Vorlesung für Sozialpsychologie. Mein Gesicht fällt mir beinahe auf den Boden, mein Herz verkrampft sich und sofort bin ich vollkommen verzweifelt.
Flashback
Es ist Ende Januar und ich sitze auf dem Sofa in meinem Lieblingshostel in Südafrika, während ich die Sonne genieße und drei- viermal Schlucke. Ich schicke meinem besten Freund, traurigerweise als Nachricht über das Handy, ein Geständnis. 
Dieses Geständnis könnte alles bewirken... Es könnte bewirken, dass es mich positiv und euphorisch stimmt, wenn er antworten würde, dass es ihm mir gegenüber auch so geht. 
Dieses Geständnis könnte aber auch bewirken, dass es mir nicht mehr ganz so gut geht, weil ich ihm das nicht bedeute, was er mir bedeutet; dass er mir gegenüber nicht das empfindet, dass ich ihm gegenüber empfinde. 
Und als die Antwort kommt, werde ich traurig. Ich lege mein Handy weg, weil ich nicht weiß, was ich auf den Korb meines besten Freundes, antworten soll. All die Zeit war ich überzeugt, dass er mich gern hat so wie ich bin, doch ich irre mich. Er will mich auch nicht, so wie jeder andere auch und ich frage mich, ob es überhaupt jemanden gibt, der mich für wert befindet, zu lieben.
Mein bester Freund ist es zumindest nicht.

Ich lasse das Handy liegen, verlasse das Haus und setze mich auf die große, über einem großartigen und prunkvollen See liegende, Terrasse und lasse die Geräusche und Sonne und Atmosphäre meine Gedanken, meinen Selbsthass verwehen. Ich sollte hier bleiben, alles hinter mir lassen. 
backtonow

"du hast immer vorträge darüber gehalten, was für ein eisblock du bist. und wir beide wissen, dass ich dich verdammt gut kenne und mir klar ist, dass du das zu 100% nicht bist.. aber angesichts dessen, dass du mir vor einigen monaten nen korb gegeben hast, war es so unwahrscheinlich, dass ich jede idee dahingehend sofort wieder verworfen habe."

"du kennst mich nicht gut genug um sicher sagen zu können, warum dieser "korb" kam. wenn es nach dem emotionalen ding gegangen wäre, götter was hätte ich mich an dich geschmissen."

Ich weiß nicht, wohin mit meinen Gedanken. Ich bin traurig und enttäuscht und verzweifelt, weil ich mich mittlerweile wieder in einen anderen verliebt habe, bei dem ich das erste Mal wirklich sicher bin, ohne wenn und aber, dass ich ihn behalten will.
Meine Gefühle verwirren mich, da ich meinen besten Freund so unendlich liebe und er der einzige ist, für den ich je meine beiden Hände... nein, alles an mir, ins Feuer legen würde. Und ich wüsste, dass er das auch für mich tun würde. Wenn ich mich jemals einer Gruppe oder zu irgendwem zuordenen müsste, hätte ich mich am ehesten ihm zugeordnet, und nun, soll das vorbei sein.
Er sagt mir, dass er mich nicht "ansehen" kann, da er jedes Mal seinem Verlust ins Gesicht blicken müsste und das könne er nicht.
Und ich vermisse ihn jetzt schon.
Einige Tage später sitze ich weinend in dem Auto meines Freundes.
Einige Wochen später sitze ich wie betäubt in der Bahn, auf der Arbeit hinter dem Tresen, im Bett meines Freundes.
Einige Monate später laufen mir immer noch Tränen über mein Gesicht, wenn ich an meinen Verlust denke.
Und nun. Nun sitze ich nach vier Monaten immer noch da und überlege, wie ich meinen besten Freund, meinen Seelenverwandten zurückbekommen soll.
Und immer noch fällt mir nichts ein. Ich bin planlos, hoffnungslos, hoffnungslos traurig.

10. Januar 2017

findinghomeinaperson #6

" Was schreibst du da ?"
- ".... eine Mail."
" An wen ?"
- ".... an Margo."
" Wer ist Margo ?"
- "............. Keine Ahnung."
" Wie 'Keine Ahnung' ?"
- " ...Hm... da ich ja keine Freunde mehr habe, muss ich mir jemand anderen suchen, mit dem ich reden kann."
" Du kannst mit mir reden ?"
- "Ja... "


Wie kann ich mit dir über dich reden ? 

Wie kann ich dir erzählen, was für eine Panik ich habe, dass du mich bald verlässt ? Oder in einem Jahr ? Oder irgendwann, wenn du verstehst, dass ich nur die Rolle spiele, die dir zeigt, dass du deine Exfreundin unheimlich vermisst und du sie als Stück deines Lebens zurück haben möchtest ?


Wie kann ich dir erzählen, dass ich auf jeden aus deinem Freundeskreis eifersüchtig, weil sie dich alle schon immer kennen, ich dagegen quasi keine Ahnung von dir habe,sie dich schon immer mit deiner Freundin kennen, und ich (wie immer) nicht das Gefühl habe, dass ich da nicht reinpasse ?


Wie kann ich dir sagen, dass ich das Gefühl habe, dass das, was wir haben, nur für mich besonders ist, weil du ja schon immer eine Freundin hast und das gar nicht anders kennst, aber ich dich noch für mich genießen möchte, es für mich immer noch besonders ist, dass wir ständig beieinander sind und einfach traurig bin, wenn du lieber noch andere da haben willst, weil ich mittlerweile für dich nur mit mir schon langweilig geworden ist ... 

15. September 2016

findinghomeinaperson #5

Der Tag geht schnell vorüber und der Abend beginnt.
Wieder sitze ich, wartend auf diesen einen Menschen, auf dem Sofa meines Onkels und wieder bin ich unglaublich aufgeregt.
Als ich ihm dann die Tür öffne, er stehend und zwei Pizza Kartons haltend in seiner Hand, lächele ich ihn breit an, weil nur das größte Lächeln genug wäre, damit meine Euphorie einen Weg aus meinem Körper findet.
Ich begrüße ihn und will ihn sofort umarmen und mich wieder in seine Arme legen, wie es in der Nacht zuvor der Fall war.
Damit er seine Schuhe ausziehen kann, nehme ich ihm die Pizza Kartons aus der Hand und dann sitzen wir beide auf der Couch und essen, nachdem er meinen Karton geöffnet hat, weil ich es nicht hinbekommen habe - blonde Momente eben.
Wir unterhalten uns und lernen uns von Stunde zu Stunde mehr kennen und, obwohl ich quasi einen fast-Fremden zu mir eingeladen habe, fühle ich mich wohler als es hier alleine hätte möglich sein können. Irgendwann fange ich aus Spaß an, ihm vorzuwerfen, dass er keinen Wein mitgebracht hat.
Und damit sitzen wir wenige Minuten später auch schon in seinem alten VW Golf und fahren zum nächsten Supermarkt, um Wein einzukaufen. Ich muss wohl verrückt geworden sein.

Zurück im Haus liegen wir zusammen auf der Couch und dieses Mal nähere ich mich ihm früher und ohne Alkoholeinfluss. Ich kuschel mich einfach an ihn und daraufhin hebt er seinen Arm und legt ihn um mich. Sein Duft benebelt mich und ich verliere mich langsam in seiner Wärme, die er ausstrahlt und in den Geruch. Es passt alles perfekt.
Relativ schnell ist die Flasche leer und er liegt mittlerweile mit dem Rücken auf dem Sofa und ich an ihm. Den ganzen Abend habe ich das Bedürfnis ihn zu küssen und der Drang wird nicht geringer. Ich will es ihm einfach sagen, dann widerrum will ich es einfach tun und nichts davon fühlt sich an, als wäre es gut genug.
Doch dann passiert es. Er fragt und ich sage, dass ich ihm schon den ganzen Abend was erzählen möchte, mich aber nicht traue.
Und damit erhebe ich mich, nehme einen Zettel, einen Stift und schreibe die Worte "Weil ich dich schon den ganzen Abend küssen möchte." nieder.
Als ich zurück komme, hat sich die Stimmung zwischen uns verändert.
Ich blicke ihn an und weiß, warum ich mich in ihn verliebe. Immer noch. In jedem Moment. Vor allem in Momenten wie diesem.
Er atmet zögernd aus: "Ich weiß nicht, was ich tun soll.."
Und als wäre es das einfachste der Welt, antworte ich: "Du solltest mich küssen."
Und damit küsst er mich und schon bin ich ganz in ihm verloren.
Als er mich anblickt, lächelnd, küsse ich ihn nochmal und lege alle Gründe dafür mit hinein.
Ich küsse ihn, weil es das schönste ist zu sehen, wie er seine Lippen nach innen zieht, seine Augen langsam schließt und dann leicht auf seine Unterlippe beißt, wenn man ihm ein Kompliment macht.
Oder weil er mit mir nachts durch die Welt fährt, wenn ich nicht nach Hause möchte und weil ich das Gefühl nicht beschreiben kann, dass mein Inneres und meine Gedanken überflutet, wenn sein Duft meine Nase erreicht.
Oder weil er mich beim Wort nimmt und es wirklich tut, wenn ich ihm, aus Spaß, sage, dass er Tequila mitbringen soll und weil er mich beobachtet, wie ich schlafe, weil ich mich wegen des Alkoholseinflusses nicht mehr wach halten kann.
Oder weil er tatsächlich zwei Nächte bei einer quasi Fremden in einem fremden Haus verbringt, um sie vor der Dunkelheit zu beschützen, vor der sie sich so fürchtet.
Und natürlich bin ich dabei viel zu romantisch und viel zu idealistisch, aber ich möchte den Gedanken beibehalten, dass er da ist, um mich zu beschützen.
Oder vielleicht küsse ich ihn auch, weil ich viel zu stark das Gefühl empfinde, ihn nicht mehr, auf gar keinen Fall, gehen lassen zu wollen.

Ich glaube an die Liebe auf den ersten Blick. Und ich glaube an Märchen und Happy Endings und auch an die einzig wahre Liebe. Vielleicht muss man daran festhalten, weil das meiste, was wir heute erleben, viel zu erschütternd ist, als dass wir keinen Anker in unserem Leben brauchen. Wir können es uns einfach nicht leisten, die Hoffnung zu verlieren, dass eines Tages alles gut werden wird.

13. September 2016

findinghomeinaperson #4

- "alles klar. erst heim oder direkt hierher ?"
- "Ich fahr direkt zu dir."
- "alles klar."

Und dann schickt er mir das Bild, das mir deutlich zeigt, dass er mich beim Wort nimmt. Er hat den Tequila dabei und dazu noch zwei Zitronen.
Ich bin vollkommen überrascht, verwirrt, verwundert, schockiert und noch ganz anderes, wozu es einfach an Worten fehlt. Aber irgendwie bin ich begeistert. Begeistert von ihm.

Ich sitze auf dem Sofa in dem Haus meines Onkels, auf das ich aufpassen muss, während er und meine Tanze im Kurzurlaub sind. Offiziell bin nur ich hier das Wochenende über. Inoffiziell habe ich diesen einen Menschen eingeladen, der es mir ohne Berührungen oder Wasserfälle von Worten in meine Gedanken geschafft hat - vierundzwanzig Stunden lang. Jeden Tag bisher.
Angespannt sitze ich auf dem Sofa, relativ normal aussehend hübsch gemacht und ein wenig aufgeräumt. Ich schalte durch die unglaublich vielen Sender, die der Fernseher meines Onkels zu bieten hat, um etwas rauszusuchen, was nicht ganz so langweilig scheint.
Und dann ist er da.
Mit dem Tequila in der Hand, dem Lächeln im Gesicht und meiner puren Aufregung im gesamten Körper tritt er durch die Haustür und steht dann da.
Es geht mir gut.
Wir sitzen gemeinsam auf dem Sofa und der Abend zieht vorüber, während der Tequila immer etwas weniger wird und der genauso die Distanz zwischen uns und der Abstand unserer Körper.
Irgendwann hält er mich im Arm, während ich meinen Kopf auf seine Schulter lege, weil es mich schwer fällt, die Augen offen zu halten. Ich nicke immer und immer wieder ein, obwohl ich mich fest mit meinem Bewusstsein an sein Bewusstsein klammere, da ich ihm das nicht antun möchte, einzuschlafen.
Und jedes Mal, wenn ich die Augen öffne, um zu sehen, was er tut oder was er davon hält, dass ich kurz davor bin, einzuschlafen, sehe ich seinen Blick auf mein Gesicht ruhen und es fühlt sich viel zu richtig an, als dieses Gefühl mit geschlossenen Augen nicht weiterhin und viel tiefer zu genießen.
Als ich das nächste Mal die Augen öffne, sieht er mich immer noch an.
Mit diesem Gesichtsausdruck, der völlige Wärme in meinem Inneren ausbreitet und der so unendlich zufrieden aussieht. Als wäre dieser Moment nicht nur für mich so endlos perfekt, sondern auch für ihn.
Und mit jedem weiteren Mal, bei dem ich meine Augen öffne und seinen Blick einfange, verliebe ich mich etwas mehr in ihn. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich die Augen leicht öffnete...

Als es sehr spät ist und er eigentlich schlafen müsste, genauso wie ich, biete ich ihm zögernd und peinlich berührt an, mit mir oben im Bett zu schlafen. Vorausgesetzt er sei einverstanden. Nie fielen mir Worte schwerer... vielleicht dieses Mal, weil es, für mich zumindest, so viel mehr bedeutete.
Er ist einverstanden.
Damit liegen wir in dem Bett in purer Dunkelheit. Ich bin an ihn gekuschelt, weil ich ihm Dunkeln viel zu viel Angst alleine habe, was er weiß, und seine Anwesenheit das Beruhigendste ist, was ich seit langer Zeit gespürt habe.
Meine Gedanken schweifen ständig dahin ab, wie es wohl wäre, ihn zu küssen. Und ob er dies noch tun wird.
Oder ob er so ist wie alle anderen und die Situation eines leicht angetrunkenen Mädchens ausnutzt, um es anzufassen. Aber das tut er nicht. Im Gegenteil.
Als mein Oberteil leicht hochrutscht, zieht er es behutsam wieder herunter und streicht es glatt, als würde er damit sicher gehen, dass es nicht noch einmal hochrutscht.

Ich schlafe eins zwei Stunden in seinen Armen. Er schläft gar nicht. Ich stelle mir vor, dass er nicht schläft, weil er in der Dunkelheit auf mich aufpassen will und der Gedanke gefällt mir. Der Gedanke, dass er mich beschützt, bringt mich zum Lächeln und berührt mich.
Eigentlich sollte ich mich nicht in ihn verlieben, keineswegs. Eigentlich wollte ich, dass wir vielleicht etwas füreinander da sein könnten, wenn er das möchte, da wir beide eine schwierige Zeit durchmachen.
Aber nun will ich nicht mehr, dass er geht.
Und ich möchte viel lieber noch einmal an seinem Körper liegen, leicht benebelt, weil sich dann alles noch viel schöner nach Traumwelt anfühlt, als es eigentlich ist. Und das hätte ich gerne - diese Traumwelt, denn in der Realität sieht es anders aus.
Und er würde der sein, der von der vielleicht Liebe seines Lebens verlassen wurde, mit einem anderen Mädchen, das einem Hollywood-Film nach die Falsche wäre, kurz etwas hätte, woraufhin die Liebe seines Lebens erkennen würde, was für einen großen Fehler sie gemacht hat, zu ihm zurückkommt, und beide damit in den Sonnenuntergang reiten und für immer zusammen bleiben würden.
Okay, vielleicht wäre das die Traumwelt. Aber nicht meine.

Ich liege nach seinem Verschwinden auf dem Sofa, die Katze zwischen meinen Beinen und mir wird klar, dass ich ihn behalten möchte. Dass ich noch nie so sicher mit einem Menschen war, dass es das Richtige ist. Und ich möchte ihn behalten, schießt es mir wieder und wieder in den Kopf.
"Bleib."

Charlie: "Mr. Anderson? Can I ask you something?"
Bill: "Yeah."
Charilie: "Why do nice people choose the wrong people to date?"
Bill: "Are we talking about someone specific?"
[Charlie noods]
Bill: "Well, we accept the love we think we deserve."
Charlie: "Can we make them know that they deserve more?"
Bill: "We can try."





8. September 2016

findinghomeinaperson #3

Ich laufe schnell durch den Flughafen, der so viele Erinnerungen weckt und auch das Fernweh, das seit Wochen in mir brodelt. Es ist relativ spät und endlich Feierabend. Bald verlasse ich meinen derzeitigen Arbeitsplatz und werde eine neue Arbeit antreten - meinen Traumminijob als Buchhändlerin. Ich kann es nicht abwarten.
Ich trete durch die sich selbst öffnende Schiebetür nach draußen in die seltsam frisch-warme Septemberluft. Heute werde ich wieder von der Arbeit abgeholt von diesem perfekten Menschen, der mein Herz selbst ohne Berührungen höher hüpfen lässt.
Dann sitze ich in seinem Auto und genieße die Atmosphäre mit ihm, die so unglaublich beruhigend auf mich wirkt, als wäre die Luft in Baldrian getränkt. Auch ohne Gespräche und sonstige Worte fühle ich mich gut bei ihm und ich denke, dass das so sein sollte. Dass das eigentlich das richtige ist.
Eigentlich möchte ich noch länger mit ihm im Auto sitzen, während wir durch die Gegend fahren, aber dann stehen wir plötzlich schon vor meinem Haus. 
"Ich möchte noch nicht nach Hause.", sage ich. Und schon schmeißt er den Motor an und wir fahren weiter.
Irgendwann landen wir auf der anderen Seite des Flughafens und irgendwann landen wir irgendwo, wo wir beide nicht wissen, wo wir sind. Wir lachen und reden und schweigen und so soll es sein, da bin ich sicher.
Dann bitte ich ihn mal, kurz anzuhalten. An einer Bushaltestelle und er tut ist.
Der kleine Platz ist von einer Laterne hell erleuchtet, während alles andere herum dunkel ist und schwarz. Schnell öffne ich die Tür und schnell laufe ich durch die Nachtlicht zu einem Mülleimer, während er mir von hinten zuruft, ob ich verrückt geworden bin und was ich denn vorhabe. Als er sieht, was ich tun will, nämlich meinen Kaugummi wegwerfen, fasst er den Entschluss, dass ich spinne.
Und das ist auch gut so, denn so ist. 
Und sein Blick verrät ihn und die die Luft um mich herum verändert sich und tut es ihm gleich, sie verrät es.
Ihm gefällt, dass ich spinne.

I love late night conversations, late night drives, late night snacks, low key everything's better at night.


2. September 2016

findinghomeinaperson #2

"Oh mein Gott, Oh mein Gott, Oh mein Gott, Oh mein Gott, Oh mein Gott, Oh mein Gott, Oh mein Gott, Oh mein Gott, Oh mein Gott, Oh mein Gott, Oh mein Gott, Oh mein Gott, Oh mein Gott...... 

Zu mehr ist mein Kopf in diesem Moment nicht fähig, als ich durch die Unterführung laufe, ihm immer näher kommend. Sehe ich gut genug aus ? Rieche ich nach Essen ? Sitzen meine Haare ? - Meine Gedanken spielen verrückt und ich versuche, mich auf meine Atmung zu konzentrieren, da ich sonst einfach nur vollkommen durchdrehen würde.
Und dann komme ich aus der Unterführung hervor und ich sehe ihn schon vom weiten. Wie er da steht. Groß, Blond und abgöttisch gut aussehend.
"Hey", ich versuche mich lächerlich hart anzustrengen, cool zu wirken, aber in Wirklichkeit bin ich wahnsinnig aufgeregt.
Ein Hey kommt auch zurück. Wir gehen zu seinem Auto, setzen uns rein und ich fange sofort an, los zu babbeln, weil ich nicht weiß, wie ich meine Nervosität sonst überspielen sollte.
Als wir bei mir vor dem Haus sind, sitzen wir noch eine Stunde im Auto herum und unterhalten uns einfach nur. Und es ist großartig. Denn er ist klug und lustig und er weiß, wovon ich spreche, wenn ich etwas versuche zu erklären.
Ich liebe Nächte, nach all den furchtbaren Monaten, immer noch. Denn trotz allem sind sie immer noch das ehrlichste, was einem Menschen geschehen kann. Und dadurch werden wir selbst ehrlich und es gibt eben Dinge, die einfach nur dafür gemacht sind, um nachts gesagt zu werden.
Irgendwann gesteht er, dass er aufgeregt ist und ich finde es unglaublich süß, einfach deshalb, weil es ihn menschlich macht. Und plötzlich finde ich ihn noch toller als sowieso schon.
Ab und an lege ich die linke Seite von meinem Kopf auf das Sitzpolster und sehe ihn ganz direkt an und ich glaube, dass er nicht so zurückgucken kann, weil ihn meine Blicke noch immer nervös machen - so wie im Keller.
Und dann als es Zeit ist, umarme ich ihn zum Abschied, möchte ihn nicht loslassen, und lächle ihn an. Ich hoffe, dass er weiß, wie sehr er mir gefällt.
Und mittlerweile bin ich nicht mehr vergeben.
Und dann gehe ich und ich will ihn wiedersehen.


31. August 2016

findinghomeinaperson #1

Eine Stimme schalt von unten aus dem Keller "HIER UNTEN!"
Ich gucke die zwei anderen an und wir machen uns auf den Weg nach unten, während eine weitere Stimme ertönt, die ruft, dass man auf seinen Kopf aufpassen soll - zurecht - die Treppe oben hängt sehr tief.
Mit meinen Händen halte ich die Stufen über mir von meinem Kopf entfernt, während ich die unteren Stufen nach unten gehe. Ich warte unten auf meine Freundin und ihren Freund und dann wenden wir uns nach rechts und gehen durch einen Türrahmen hindurch, der uns einen Raum im Waldhausstil eröffnet. Links steht ein langer Tisch, auf dem zwei Wasserpfeifen, viele Flaschen und einige Snacks stehen, während rechts die Bar steht.
Ich lasse meinen Blick durch den Raum schweifen, über die einzelnen Gesichter, und er bleibt an einem hängen. Der einzige Blondschopf im Raum und der, der mich sofort interessiert.
Sie versucht uns kurz zu erklären, wer wer ist, und dass der Typ ihr Bruder ist, kriege ich mit, den Rest jedoch nicht.
Meine Freundin, zu deren Geburtstag wir eingeladen sind, steht auf und begrüßt uns drei. Wir setzen uns und nachdem sie uns was zu trinken hingestellt hat, ruft sie der Runde zu, dass sie uns alle mal vorstellt. Als sie zu mir kommt, stellt sie mich als "Abenteurerin" vor, die in Südafrika war.
Ich unterhalte mich kurz mit dem, der links neben mir sitzt, da er auch in Südafrika war.

Im weiteren Verlauf des Abends steigt meine Konzentration. Sie steigt dahingehend, den Bruder meiner Freundin zu beobachten und irgendwann fällt es mir schwer, mich abzuwenden, wenn er mich zurück anblickt. Irgendwann sitzt er mir gegenüber und ich blicke ihn an und er blickt zurück und in mir löst sich alles. 
Ungewollt.
Denn eigentlich bin ich vergeben.
Noch.
An einen Unmenschen.

Umso später es wird, desto betrunkener wird der Freund meiner Freundin und dann sagt er etwas, was mich erröten lässt. Nachdem ich den Bruder wieder beobachtet habe und dann meinen Blick abgewendet habe, grinst er mich an: "Ich weiß, was du denkst. Und wohin du siehst."
Peinlich, aber es wird mir mit der Zeit egal.
Gegen zwei Uhr wollen die beiden langsam gehen, als der beste Freund des Bruder meiner Freundin sich uns gegenüber setzt. Er und der Freund meiner Freundin kommen ins Gespräch und irgendwann setzt sich der Bruder zu uns.
Wir kommen irgendwie zu einer dummen Wette, deren Einsatz es ist, dass ich dem Bruder meine Nummer gebe. Der Vorschlag kommt ganz begeistert von dem Freund meiner Freundin und ich gucke ihn böse und peinlich berührt an, während er mich fett angrinst. - Okay.
Und ich verliere natürlich und dann liegt das Handy, in das ich meine Nummer eingeben soll, vor mir.
Und in mir herrscht ein Krieg, da ich eigentlich noch vergeben bin. An einen Menschen, mit dem ich nicht mehr zusammen sein will.
Der Bruder sitzt direkt vor mir und ich sehe ihm in die Augen, sodass er unruhig wird, aber es ist mir egal. Er wird nervös, während ich nur aus seinen Augen lesen will, denn ich warte auf dieses eine bestimmte Licht, das man bisher noch nicht gesehen hat.
Das einem zuflüstert "Tu es.", wenn du nicht weiter weißt.
Und dann tue ich es. Ich gebe meine Nummer ein.
Kurz daraufhin ist der Bruder verschwunden und wir wollen gehen und ich finde schade, weil ich mich gern von ihm verabschiedet hätte.

Aber vielleicht würde er ja schreiben.
Und dann gehen wir.


Und er schreibt.

Aber wenn du mich zähmst, wird mein Leben wie durchsonnt sein. 
Ich werde den Klang deines Schrittes kennen, der sich von allen anderen unterscheidet.