Wenn man stumm ist, schreibt man seine Seele auf Papier.
Und manchmal schreibt man Geschichte.

13. September 2013

firstloveofmylife #5

er sitzt dort und schaut in seine karte hinein. ich beobachte ihn, während er überlegt, was er sich zu essen bestellen soll. es ist wie vor eineinhalb jahren. wie, als wären wir immer noch zusammen und nicht getrennt. ex- und ex-freundin. mir geht durch den kopf, dass ich ihm vielleicht doch noch einmal eine chance geben sollte, aber diesen gedanken verdränge ich so schnell wieder, wie er kam. ich bin allein. weiter nichts. und deswegen hatte ich das kurz in erwägung gezogen. als er mich ansieht, ziehe ich ihm die karte aus der hand und schaue selbst nach, was ich essen möchte. ich liebe mexikanische restaurantes schließlich. während ich hineinblicke und versuche alles auszublenden, was mich daran erinnern könnte, wie schön es einmal mit ihm gewesen ist, kommt er mit seinem kopf ganz nah an meinen heran und sieht ebenfalls in die karte. - er ist zu nah - ich rücke ein kleines stück weg, es ist zu schön mit ihm.
während des essens reden wir, als wäre nie was geschehen. ich erzähle ihm alles, er mir alles - doch eines lasse ich aus. meine herzensangelegenheiten. ich weiß er liebt mich noch. ich ihn nicht. ich liebe jemand anderen, jemanden, den ich verletzt habe, aber das darf mein ex-freund nicht wissen. das darf niemand wissen, sonst würde ich bemitleidenswert angesehen werden. und dann würde ich wohl zusammenbrechen.

als ich die wohnungstür schließe und auf mein handy sehe, sehe ich nachrichten von ihm. er schreibt mir, ich habe in seinem auto dinge vergessen, ob ich nochmal runterkommen könnte. ich sage nein, meine mutter würde wach werden. ich frage ihn, ob er hochkommen würde. er sagt, natürlich. 
als ich die tür öffne, ist nur ein kleiner lichtschein von meinem handy zu sehen. ich blicke ihn an und er gibt mir zwei flaschen, arizona icetea, er weiß immer noch was ich liebe, und meinen schirm. er sieht mich an, als würde er etwas erwarten. einen kuss ? eine umarmung ? ein 'komm doch noch rein, ich möchte, dass du bleibst' ? nein. bloß nicht. ich bedanke mich und sage, dass ich ihn umarmen würde, wären meine hände nicht voll. er sieht das nicht als problem an, umarmt mich und sagt, kein problem. dann dreht er sich um und geht. ich sage noch tschüss und schließe die tür.

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