Wenn man stumm ist, schreibt man seine Seele auf Papier.
Und manchmal schreibt man Geschichte.

13. September 2013

skinnylove #15

ich stehe dort im eingangsbereich der schule, neben mir eine freundin. Ich stehe bei ihr, weil ich auf ihn warte - heute. heute will ich es wissen.
als ich dabei bin meine jacke anzuziehen, sehe ich ihn, wie er in großen schritten zur tür, ja, fast rennt. urplötzlich habe ich panik, dass er nach hause geht. dass ich meine chance verpasse. also schnapp ich mir meine tasche, umarme meine freundin und renne hinaus zur tür. als ich sie öffne, sehe ich ihn bei einem freund von mir stehen und beide gucken richtung tür. genau in meine richtung. ich mache mir sorgen, dass mein freund ihm etwas sagen könnte, auch wenn er nichts weiß. hier weiß man ja nie. hier kann man keine geheimnisse haben, vor allem niemand, der so ein offenes buch ist wie ich. sie sehen sich wieder an und geben sich die hand. schon läuft er wieder weiter richtung straße, bleibt kurz stehen, sieht auf sein handy. währenddessen kommt mein freund auf mich zu, ich bin in eile, trotzdem irgendwie gezwungen mich kurz mit ihm zu unterhalten. als ich sehe wie er die straße überquert, richtung seiner raucherecke, verabschiede ich mich von meinem freund. ich wünsche ihm noch viel spaß in der schule und hechte ihm hinterher. als ich um die ecke lunze, sehe ich ihn mit zwei freunden, mit denen ich mich eigentlich auch gute verstehe. ich glaube, einer davon hat mich gesehen, also gehe ich unauffällig richtung bushaltestelle, bleibe jedoch an einer mauer stehen, sodass sie mich nicht mehr sehen können. ich hole tief luft, denke mir "das ist der moment. das ist der, auf den ich so lange gewartet habe." ich will zu ihm, doch irgendetwas hält mich fest. fest im boden, wie wurzeln. ich kann nicht. mein puls ist auf 180 und ich versuche mein inneres zu bekämpfen.
1 einfacher satz
1 einfacher satz, der so viel verändern könnte
vielleicht

"sag mir, dass das mit uns nichts war und dass aus uns nie wieder etwas wird, ganz egal wie sehr ich dich liebe."

mehr will ich ihm nicht sagen.
doch ich schaffe es nicht.
wieder nicht.
ich drehe mich um, nehme meine kopfhörer raus und laufe zur bushaltestelle, während ich hoffe, dass wenn ich jetzt zurückblicke, er hinter mir läuft, weil er auch in die richtung muss.
aber hoffnung.
was bedeutet das schon.
das, was wichtig ist, kannst du nicht steuern.
und das ist timing.





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