Wenn man stumm ist, schreibt man seine Seele auf Papier.
Und manchmal schreibt man Geschichte.

19. September 2013

skinnylove #16

wir rennen fast schon durch die gegend, müssen unseren ganzen körper bewegen und uns zum takt der musik bewegen. es sieht lächerlich aus. es ist mir egal. ich blicke hinaus zum fenster, gehe weiter. ich drehe mich um, gehe zum fenster. bleibe dort stehen und sehe hinaus. beobachte ihn, der gegenüber im raum ist. er sieht wundervoll aus, so lebhaft. so selten lebhaft.
ich überlege, ob heute der tag gekommen ist. ob ich es heute schaffe ihn anzusprechen. ihn zu fragen, ob er es mich endlich hören lässt. ich gehe weiter. renne. taumele. hüpfe. alles mögliche.
irgendwann sitzen wir theaterleute an einem tisch, sollten die geliebte von jedermann spielen. ich mache meine sache gut. sehr gut. die lehrerin ist stolz auf mich. ich nicht. klar, dass ich die hure so leicht spielen kann, denn der, den ich liebe, denkt, ich sei eine. als meine lehrerin dann vor den ganzen theaterleuten fragt, wen ich denn die ganze zeit da draußen beobachte und sich halb verrenkt um nach jemanden zu sehen, schäme ich mich in grund und boden. ich hoffe, er sieht es nicht. irgendwann ist er aus dem raum verschwunden und mir wird klar, jetzt oder nie. jetzt oder nie nie nie mehr. also renne ich raus.

- "hey! warte kurz. kann ich kurz mit dir reden ? nur ganz kurz. wirklich. nur ganz ganz kurz."
- "was ist?"
- "du musst mir noch einen gefallen tun und du bist mir etwas schuldig."
- "ich brauche auch etwas von dir?"
- "und was?"
- "mein zeugnis."
- "dann hols dir."
- "ok. - glaubst du nicht, dass gerade der schlechteste zeitpunkt dafür ist?"
- "nein, weil sonst trau ich mich nicht, dich nochmal anzusprechen."
- "was ist, wenn ich auf dich zukomme?"
- "dann ists okay."
- "ja, okay dann. dann machen wirs so."
- "okay. danke."

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