Wenn man stumm ist, schreibt man seine Seele auf Papier.
Und manchmal schreibt man Geschichte.

28. Juni 2014

sadness #9

Dieses Lächeln, das man automatisch macht, wenn man traurig ist um nicht zu zeigen wie kaputt man eigentlich ist

Du hast schon immer Angst gehabt, die Menschen zu verlieren, die du liebst.
Aber manchmal fragst du dich:
Gibt es jemanden, der Angst hat dich zu verlieren ?
- Nein -

skinnylove #21

Ich liege in meinem Bett, Augen halb geöffnet, halb geschlossen - komplett nicht hier. Trotzdem nehme ich mein Handy zur Hand und tippe wenige Worte; so viel Bedeutung
- darf ich dich reservieren ? für übernächste woche montag, haha ?
- für was denn ?
- einfach so ? für meinen Geburtstag
- okay

Gefühle so klar wie neblige Wälder
Ich hasse die Worte "Andere haben es schlimmer", denn jeder hat sein eigenes Ende der Welt erlebt.

Er. Schon wieder er, bei dem ich dachte, dass es nun vorbei ist. Monatelange Posts nur über ihn und dann war ich über ihn hinweg nicht
Vielleicht wird dieser Geburtstag seit Jahren mal der erste schöne, ich verbringen ihn mit dem Menschen, für den ich wohl sterben würde - für den ich alles geben würde.

"er ist der einzige, bei dem ich dieses lächeln im gesicht habe, wenn ich an unsere gemeinsame zeit zurückdenke. das ich bei niemand anderem so, nur bei ihm, obwohl es so schlimm geendet hat. hat das nicht etwas zu bedeuten ?"



22. Juni 2014

firstboyfriendwholeftme #3

Ich laufe die Treppen herunter und bleibe unten noch einmal stehen. - Der erste Besuch bei der Psychotherapie - Irgendwie ist der Gedanke ziemlich bitter, dass ich anscheinend schon wirklich so verkorkst bin, dass ich das nötig habe, aber mal ehrlich:
Der Mensch, der in dieser Welt nicht durchdreht, mit dem kann irgendwas nicht stimmen.
Ich atme tief durch als mir erneut die Tränen kommen. Die Flashbacks tauchen vor meinen Augen auf, wie ich in diesem Zimmer sitze, dass man von den Psycholeuten aus den Filmen kennt, und meine ganze Geschichte zur Hälfte ausplaudere, einfach so, weil ich selbst nicht mehr kann.
"Wie sieht es bei Ihnen mit Beziehungen aus?" - Wenn ich ehrlich bin, war ich auf diese Frage nicht gefasst. Ich schlucke, aber das macht es nur schlimmer.
Ich lächle, sehe nach oben und fächere mir mit den Händen Luft zu.
"Ach, nein, das ist nicht richtig! Sie haben so viel durchgemacht und sind trotzdem so stark, da sollten sie auch mal weinen dürfen, alles andere wäre nicht gut." - Und somit läuft mir die erste Träne die Wange herunter und ich erzähle von meiner ersten Beziehung und dann von meiner letzten.
Wechselhafte Depression
"Wissen Sie, dass sie sich so alleine fühlen ist wirklich ein Zeichen dafür, dass sie anders sind. Aber anders muss nicht schlecht bedeuten, es bedeutet nur, dass sie weiter entwickelt sind als die anderen Menschen. Sie fühlen sich allein, weil es kaum Menschen gibt, die so weit sind, dass sie dazu in der Lage sind, Sie verstehen zu können."
Eigentlich sollte einen so etwas trösten, oder ? Das Wissen, dass man klüger ist und mehr weiß, versteht.
Mich macht es nicht glücklich. Das einzige was ich will, ist so zu sein wie der Rest dieser Welt.
Ich will nicht klüger sein, oder hübscher oder irgendwas anderes.
Ich will einfach nicht mehr allein sein.

Ich verlasse das Gebäude, überlege, da 10m weiter weg Richtung Bushaltestelle die Bar steht, in der mein Ex-Freund arbeitet, ob ich wirklich an diese Bushaltestelle gehen soll. Ich gehe über die Straße um Abstand zwischen mich und die Bar zu bringen und da sehe ich ihn.
Ich stocke, halte den Atem an, fühle mich als würde ich gerade fallen.
Ich drehe meinen Kopf weg, sehe wieder hin, gucke weg und dann doch wieder hin.
Für einen kurzen Blick sehe ich, dass er in meine Richtung sieht (oder doch nicht?)
Ich weiß nicht, ob es mich gesehen hat, gehe weiter, in der Hoffnung, dass er zu mir gerannt kommt und mich fragt, wie es mir geht,- in der Hoffnung, dass er sich noch für mich interessieren könnte.
Nein.
Nichts.
Ich gehe weiter.




5. Juni 2014

sadness #8

Ich blicke von meinem Handy auf und sehe geradewegs wie der Lehrer diese zwei Mitschülerinnen, die einfach von Grund auf schon unsympathisch aussehen, hereinbittet. Schnell drehe ich mich zu den zwei Mädchen neben mir, mit denen ich sonst Kontakt durch anlächeln und weitergehen, halte: - Kommt, wir müssen dorthin.- Ich warte nicht darauf, dass sie aufstehen, sie würden es auch nicht tun, wäre es andersherum, also gehe ich einfach los, den Gang entlang. Zu fünft stehen wir in dem Klassenraum und tragen unsere Namen in die Besucherliste ein. Ich bin die Letzte.
Endlich sitzen wir, meine ehemalige Freundin kommt herein - ich merke, dass sie nervös ist. Nachdem sie sich ein Glas Wasser eingeschenkt hat und mit ihrer Prüfung angefangen hat, bin ich bereits begeistert und entdecke jedes Mal aufs neue voller Verwunderung, was für ein Genie sie ist.
Während ihren Millionen Worten, die sie in einer Geschwindigkeit herunterrattert, die der Lichtgeschwindigkeit nahe kommt, schweifen meine Gedanken ab. Sie landen ein Jahr davor bei den mündlichen Prüfungen, als ich noch mit ihr befreundet war und diesem anderen wundervollen, aber launischen Mädchen. Wie wir dort saßen und uns über diese Jungs an unserer Schule unterhalten haben, die nun die Prüfungen hatten. Wie lieb ich diese Zwei hatte.
Ich höre nur irgendwelche murmelnden Geräusche und kurz finde ich wieder zurück, doch sogleich kommen mir Tränen in die Augen, denn mit jedem Wort, mit jeder Gestik und jedem Nicken der Prüferin, wird mir klar:
Das war's.
Ich sitze noch in der Schule, mit Menschen, die ich nicht leiden kann.
Und meine Freundinnen, die nun keine mehr sind, weil entweder die Wiederholung oder ein Streit uns auseinander gebracht haben, verlassen dieses Gebäude und werden sich nicht mehr an meinen Namen erinnern, wenn sie zurückdenken.
Ihre Geschichten werden mich nicht mehr beinhalten und sie so davonzuziehen zu lassen, bricht mir das Herz.
Plötzlich wird mir wieder schmerzlich bewusst, wie allein ich wirklich bin, und dass eine menschliche Präsenz neben einem vielleicht doch kein Weltuntergang, sondern die Sonne bedeutet.
Leider gehöre ich zu der Sorte Mensch, die niemand möchte und deswegen werde ich nicht nur immer während meiner Schulzeit, die nächstes Jahr endet, immer einsam gewesen sein, sondern auch danach.

Vielleicht ist doch die einzige Möglichkeit, nicht mehr so allein und verlassen dazustehen, alle anderen zu verlassen. Meine Flucht mal woanders zu suchen als in meinem Zimmer, unter der Bettdecke.


1. Juni 2014




firstboyfriendwholeftme #2

- Ich habe so viel zu sagen, doch es gibt niemanden, der zuhört -

Ich sitze auf meinem Bett, nein liege. Ich gehe in Gedanken durch was ich die letzte Tage gemacht habe,- das gleiche. Jeder Tag ist eine Qual und jeder Tag wird schlimmer.
Von morgens bis abends verbringe ich meine Zeit damit, sie in anderen Welten abzusitzen, damit ich mit meinen Gedanken nicht hier bin. Währenddessen gehe ich in Gedanken durch, wie ich meine Probleme endlich lösen könnte - diese Probleme mit mir selbst.
Ich überlege wie ich mich endlich für eins, zwei Wochen in eine Psychiatrie einweisen lassen könnte, ohne, dass meine Mutter davon erfährt. Und ehrlich ? Gar nicht. Es gibt keine Möglichkeit und ich verzweifel nur noch mehr an diesem Gedanken. Er macht mich krank und jeden Tag versinke ich mehr in meinen Depressionen, bis ich an dem Punkt angelangt bin, mir die Seele aus dem Leib zu heulen und zu schreien.
Und dann geht alles von vorne los.

bin ich mit freunden, hab' ich immer 'n lächeln parat; doch ehrlich gesagt, ist nichts mehr zum lächeln da