Wenn man stumm ist, schreibt man seine Seele auf Papier.
Und manchmal schreibt man Geschichte.

27. Juli 2014

useyourchances #1

Ich sitze in der viel zu kleinen Bahn - unbelüftet - eingeengt - allein. Die Landschaft zieht an meinen Augen, meinen Gedanken vorbei und ich merke, wie mich der ganze Rest, außerhalb dieses Moments gar nicht interessiert. Nachdem der Zug an der letzten Station vor meiner gehalten hat, nehme ich meine Tüten zusammen und fasse meine Tasche. Ich wechsele das Lied zu einem, dessen Takt mich zum Aufstehen bewegt.
Fast trete ich auf den Fuß eines Mannes, der ihn aber rechtzeitig wegzieht. Ich lächele ihn an und bedanke mich. Als ich hochblicke, steht da ein Typ vor mir, ziemlich groß, Basketballergröße.
Der Zug hält und an der Tür steht eine ältere Dame, die zu schwach ist, ihren Trolli rauszubekommen - der Basketballtyp hilft ihr, was ich sehr reizend finde. Als auch ich dazu komme aus dem Zug zu steigen, atme ich tief durch - endlich frische Luft. Ich laufe nach rechts in die Richtung der Bushaltestellen - ist ja niemand mehr da, der mich abholen würde.
Vollgepackt erreiche ich meine Haltestelle und setze mich. Noch 12 Minuten bis der Bus abfährt.
Ich wechsele das Lied und nehme mein Buch aus der Tasche. 'The Fault in Our Stars' , ist ja klar.
Irgendwann blicke ich auf und da sitzt wieder dieser Typ aus dem Zug. Er blickt mich an und lächelt.
Ich versuche es ihm gleichzutun, aber irgendwie kommt nur eine komische Grimasse dabei heraus, also sehe ich weg. Irgendwann kann ich aber nicht anders und sehe ihn wieder an, er sieht mich an.
Er beobachtet mich.
Mit der Hoffnung, dass er mich anspricht, mache ich meinen IPod aus und lege ihn in meine Tasche. Als das nicht hilft, lege ich sogar mein Buch weg. Mir wird klar, dass ich nicht mal einen Stift und einen Zettel dabei habe, um ihm meine Handynummer aufzuschreiben.
Irgendwann sind es nur noch 2 Minuten bis mein Bus losfährt, also bleibt mir nichts anderes übrig, als einzusteigen. Als ich so weit nach hinten gegangen bin, wie es nur geht, steht auch der Typ auf und blickt suchend in meinen Bus herein. Ich hoffe, dass er auch hier einsteigt. Ich hoffe zu sehr.
Er steigt in den gegenüberliegenden Bus ein, als wir losfahren.

Am nächsten Tag bin ich wieder da, um die selbe Uhrzeit. Er ist nicht da.

Dann bin ich am darauffolgenden Tag noch einmal da. Wieder nichts.

Eine Woche später, nachdem ich ihn gesehen habe, stehe ich nochmal wartend an der Bushaltestelle.
Das war es dann wohl gewesen.
Leider.



6. Juli 2014

Distance #1

- Ich denke, das gleiche kann man auch sagen, wenn man jemanden kennenlernt, der eine halbe Ewigkeit weit weg wohnt - vorausgesetzt man hat der Person noch nie gegenüber gestanden.
Entfernungen
Man verliebt sich nicht in das Aussehen, denn man hat den anderen noch nie wirklich gesehen...
und seien wir ehrlich: Jeder sieht auf Fotos anders aus als in der Realität.
Die einzige Möglichkeit die andere Person kennenzulernen, ist, mit ihr zu schreiben und vielleicht, vielleicht lächelt man - immer und immer wieder
. Aber dann verliebt man sich nicht in die Muskeln oder die heiße Figur des anderen.
Man verliebt sich in die Worte, in den Ausdruck und in die Gedanken, denn diese wirken unendlich; und wenn wir ein bisschen Glück haben, auch vollkommen einzigartig.
Es ist, als würde man jemanden treffen, der auf einer anderen Welt haust, denn diese Person weiß nur das von dir, was du ihr erzählst; es gibt niemanden, von dem sie vorher schon etwas hätte hören können.
Das heißt, dass sie sich auch in dich verliebt; nicht in die Person, von der sie mal gehört haben könnte.
Nur in dich und das was du von dir preisgibst; wer weiß, womöglich ist das dann schon genug.

Wie kann ein Mensch eine andere Wahl haben als sich in jemanden zu verlieben, mit dem man sich so gut versteht und für den man Nächte opfert, nur weil die Zeitverschiebung vielleicht genau das verlangt?
Ist dafür unsere Jugend nicht da ? 
Um zu vermissen, um sich zu sehnen und vor allem um zu träumen, dass alles so funktioniert wie wir wollen ? 
Ich denke, genau das ist der Fall.

Manche haben dann tatsächliche Glück, dass diese Liebe alles durchhält; dass sie nach vielen Monaten, wenn nicht sogar Jahren, die Chance erhalten, sich zu sehen; zu berühren; zu küssen.
Ich bin Träumerin, keine Realistin, aber was ich schreibe, muss wahr bleiben.
Demnach muss ich auch jetzt sagen, dass das leider viel zu selten funktioniert. Entweder meint die andere Person es nicht so ernst wie man selbst oder man findet hier jemanden, den man vielleicht lieber hat.
Womöglich wird einem das Herz gebrochen, denn man weiß ja nie wirklich, wie die andere Person gerade empfindet, denn wenn es eine der beiden Seiten nicht will, gibt es keine Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben.

Ganz egal welchen Weg man geht, es ist und bleibt ein großes Risiko.
Man setzt sein Herz - man gewinnt oder man verliert

Wenn ich gewusst hätte, dass du da draußen herumläufst, hätte ich so lange nach dir gesucht, bis ich dich gefunden hätte.

3. Juli 2014

bestfriendstories #6

ehemaliger bester freund:

ich hab mir eig geschworen, dass ich das nie tun werde aber
ich machs trotzdem.
du fehlst mir. du fehlst mir richtig. 
es tut einfach weh, dass du verrückter mensch einfach 
nicht mehr teil meines lebens bist und es tut weh,
dass wir manchmal wie fremde aneinander vorbeigehen.
ich weiß nicht, ob es dir so ähnlich geht,
aber ich würde das irgendwie gerne mal ändern

mein leben ist ziemlich betrinkenswert