Wenn man stumm ist, schreibt man seine Seele auf Papier.
Und manchmal schreibt man Geschichte.

21. Januar 2017

whenyouregone #1

" das hatte sich für mich langsam zu mehr als Freundschaft entwickelt, wenn dus genau wissen willst"
- 11:00, 29.Sep.2016

Da sind sie... diese Worte, die so viel hätten aufbauen können; die so viel zerstören.
Es ist ein Donnerstag und ich sitze in der Uni, in der Vorlesung für Sozialpsychologie. Mein Gesicht fällt mir beinahe auf den Boden, mein Herz verkrampft sich und sofort bin ich vollkommen verzweifelt.
Flashback
Es ist Ende Januar und ich sitze auf dem Sofa in meinem Lieblingshostel in Südafrika, während ich die Sonne genieße und drei- viermal Schlucke. Ich schicke meinem besten Freund, traurigerweise als Nachricht über das Handy, ein Geständnis. 
Dieses Geständnis könnte alles bewirken... Es könnte bewirken, dass es mich positiv und euphorisch stimmt, wenn er antworten würde, dass es ihm mir gegenüber auch so geht. 
Dieses Geständnis könnte aber auch bewirken, dass es mir nicht mehr ganz so gut geht, weil ich ihm das nicht bedeute, was er mir bedeutet; dass er mir gegenüber nicht das empfindet, dass ich ihm gegenüber empfinde. 
Und als die Antwort kommt, werde ich traurig. Ich lege mein Handy weg, weil ich nicht weiß, was ich auf den Korb meines besten Freundes, antworten soll. All die Zeit war ich überzeugt, dass er mich gern hat so wie ich bin, doch ich irre mich. Er will mich auch nicht, so wie jeder andere auch und ich frage mich, ob es überhaupt jemanden gibt, der mich für wert befindet, zu lieben.
Mein bester Freund ist es zumindest nicht.

Ich lasse das Handy liegen, verlasse das Haus und setze mich auf die große, über einem großartigen und prunkvollen See liegende, Terrasse und lasse die Geräusche und Sonne und Atmosphäre meine Gedanken, meinen Selbsthass verwehen. Ich sollte hier bleiben, alles hinter mir lassen. 
backtonow

"du hast immer vorträge darüber gehalten, was für ein eisblock du bist. und wir beide wissen, dass ich dich verdammt gut kenne und mir klar ist, dass du das zu 100% nicht bist.. aber angesichts dessen, dass du mir vor einigen monaten nen korb gegeben hast, war es so unwahrscheinlich, dass ich jede idee dahingehend sofort wieder verworfen habe."

"du kennst mich nicht gut genug um sicher sagen zu können, warum dieser "korb" kam. wenn es nach dem emotionalen ding gegangen wäre, götter was hätte ich mich an dich geschmissen."

Ich weiß nicht, wohin mit meinen Gedanken. Ich bin traurig und enttäuscht und verzweifelt, weil ich mich mittlerweile wieder in einen anderen verliebt habe, bei dem ich das erste Mal wirklich sicher bin, ohne wenn und aber, dass ich ihn behalten will.
Meine Gefühle verwirren mich, da ich meinen besten Freund so unendlich liebe und er der einzige ist, für den ich je meine beiden Hände... nein, alles an mir, ins Feuer legen würde. Und ich wüsste, dass er das auch für mich tun würde. Wenn ich mich jemals einer Gruppe oder zu irgendwem zuordenen müsste, hätte ich mich am ehesten ihm zugeordnet, und nun, soll das vorbei sein.
Er sagt mir, dass er mich nicht "ansehen" kann, da er jedes Mal seinem Verlust ins Gesicht blicken müsste und das könne er nicht.
Und ich vermisse ihn jetzt schon.
Einige Tage später sitze ich weinend in dem Auto meines Freundes.
Einige Wochen später sitze ich wie betäubt in der Bahn, auf der Arbeit hinter dem Tresen, im Bett meines Freundes.
Einige Monate später laufen mir immer noch Tränen über mein Gesicht, wenn ich an meinen Verlust denke.
Und nun. Nun sitze ich nach vier Monaten immer noch da und überlege, wie ich meinen besten Freund, meinen Seelenverwandten zurückbekommen soll.
Und immer noch fällt mir nichts ein. Ich bin planlos, hoffnungslos, hoffnungslos traurig.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen